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Republik in Südostasien auf ca. 13 600 Inseln (6 000 bewohnt) des Malaiischen Archipels, insgesamt 1,92 Mio. km², 242 Mio. Einwohner, Hauptstadt Jakarta, Amtssprache Bahasa Indonesia, Handelssprache (Pidgin-)Englisch.

Land und Leute

Zu Indonesien gehören die großen Sundainseln Borneo (außer Brunei), Sumatra, Celebes und Java, wo auf 7 Prozent der Fläche 60 Prozent der Einwohner leben, die Kleinen Sundainseln (außer West-Timor), die Molukken und der Westteil von Neuguinea. Die meisten Inseln sind gebirgig und weisen zahlreiche tätige Vulkane auf, nur auf Borneo und Java gibt es größere Ebenen; das Klima ist insgesamt tropisch, gemildert allenfalls in höheren Lagen. Stärkste Bevölkerungsgruppe (über 45 Prozent) sind die Javanesen, gefolgt von anderen malaiischen Gruppen wie Sundanesen, Maduresen, Batak, Balinesen u. a., hinzu kommt eine starke chinesische Minderheit. Fast 90 Prozent der Indonesier sind Moslems, knapp 10 Prozent Christen; die Quote der Analphabeten liegt bei einem Viertel.

Wirtschaft

Indonesien ist ein Kleinbauernland, das die rasch wachsende Bevölkerung trotz intensiven Reisanbaus nicht ernähren kann. Die v. a. aus dem Export von Erdöl- und Erdölprodukten erzielten Deviseneinnahmen werden daher z. T. zur Einfuhr von Nahrungsmitteln eingesetzt, die in einheimischer Industrie verarbeitet werden. Daneben spielen Textil-, Kautschuk- (Reifen-), Zement-, Holz- und Papierindustrie eine Rolle. Der Bergbau gewinnt an Bedeutung (Steinkohle auf Sumatra, Zinn auf Bangka, Kupfer auf Neuguinea u. a.).

Geschichte

Indonesien wurde nach der Zeitenwende von Südindien aus kulturell geprägt. Das Gebiet war zeitweilig in kleine Fürstentümer zersplittert, wurde jedoch in einigen Epochen bereits zentral beherrscht. Das mächtigste Reich bildete sich 1293; es herrschte bis ins 16. Jh. auf Java und seit 1377 auch auf den anderen Sundainseln. Erst der vordringende Islam untergrub das Fundament des Staates und setzte mehrere Sultanate an seine Stelle. Sie wiederum fielen der europäischen Kolonisierung zum Opfer, deren Hauptträger in Indonesien die Niederländer wurden (1602 Gründung der Ostindische Kompanie). Seit 1800 war Indonesien als Niederländisch-Indien Kolonie, in der sich bald Unabhängigkeitsbestrebungen bemerkbar machten. Bedeutendste Kraft wurde die 1927 gegründete Indonesische Nationalpartei (PNI) unter Sukarno (1901–70). Ihr kam im 2. Weltkrieg die Besetzung von Indonesien durch Japan zur Hilfe, nach dessen Niederlage 1945 die Unabhängigkeit proklamiert wurde, die 1949 von Den Haag anerkannt werden musste. Sukarno schlug als erster Präsident einen Kurs der Blockfreiheit (Konferenz von Bandung 1955) ein und baute eine persönliche Diktatur auf ("gelenkte Demokratie"). Dagegen und v. a. gegen die Anlehnung an den Ostblock kam es 1965 zum Gegenschlag der Armee unter General Suharto, der Sukarno 1966/67 stürzte und als Diktator ablöste. Ab 1999 Demokratisierung, erste freie Wahlen. Trotz Ölreichtums steht Indonesien heute wegen des Preisverfalls und der wachsenden Bevölkerung vor schweren ökonomischen und sozialen Problemen. Hinzu kommen Separationsbestrebungen einzelner Gebiete wie z. B. Ost-Timor (unabhängig seit 2002) und Aceh.